Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es geht nun ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Dieses Jahr wurde durch den furchtbaren und durch nichts zu rechtfertigenden Krieg in der Ukraine erschüttert. Wenn man sich die Bilder anschaut, die jeden Tag im Fernsehen zu sehen sind, kann man nur ansatzweise das Leid der Menschen –insbesondere jetzt in der Winterzeit – nachempfinden. Für die meisten von uns in Deutschland ist nicht mehr nachvollziehbar, was es bedeutet, Existenzängste zu haben. Hier sind Existenzängste gemeint, die das Leben unmittelbar bedrohen. Es ist im Grunde genommen ein Segen, dass wir dieses Gefühl nicht mehr kennen; umso schwerer fällt es uns allerdings, die Not in der Ukraine nachzuvollziehen. Die Solidarität und Unterstützung für die Menschen in der Ukraine war und ist Gott sei Dank enorm!
Aber es geht nicht nur ein negatives Jahr zu Ende, sondern auch ein Jahr mit vielen positiven Ergebnissen, Erfolgen und Empfindungen. Gerade für unsere Fachgesellschaften war es ein sehr erfolgreiches Jahr. So konnten wir verschiedene Initiativen – wie das Schließen der Rehabilitationslücke in der Polytrauma-Versorgung – weiter voranbringen und sind mit den Kostenträgern in zielführende Gespräche eingetreten. Weiterhin konnten wir uns mit vereinten Kräften mit Erfolg für eine Änderung der europäischen Medical Device Regulation (MDR) stark machen, die einen Versorgungsengpass mit Medizinprodukten verursachen wird. In die geplante neue Gesetzgebung zur Krankenhausfinanzierung ist seit mehr als 20 Jahren der Begriff der Daseinsvorsorge wieder aufgenommen worden und soll ein Teil einer dreiteiligen Finanzierung der Krankenhäuser werden. Ob das geplante Gesetz insgesamt ein Erfolg wird, bleibt dahingestellt. Aber allein die Aufnahme und die Akzeptanz dessen, dass es Leistungen im Gesundheitssystem gibt, die nicht ökonomisch hergeleitet werden können und sollen, sondern die in einer wohlhabenden Gesellschaft für jedermann zu jeder Zeit an jedem Ort bereitstehen müssen, ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Fortschritt für unser Gesundheitssystem.
Und nicht zuletzt haben wir einen sehr erfolgreichen Kongress 2022 in Berlin erlebt, der sich so angefühlt hat wie vor der Pandemie. Auch hier konnten neue Impulse gesetzt werden. Schon in der Eröffnungsveranstaltung konnten wir mit dem Gesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach wichtige Themen unseres Faches wie die Krankenhausfinanzierung, die Fortführung des Endoprothesenregisters, die MDR, die Implementierung von orthopädischen DMPs und die Nachwuchsgewinnung diskutieren. Auf dem Kongress haben wir die Förderung eines Projektlandes (Namibia) eingeführt, ebenso wie die Aktionsfläche der Fachgesellschaften im COUBE und die Präsidentensitzungen zur Darstellung des Kongressmottos. Der diesjährige Kongress stand auch im Zeichen des hundertjährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, der Festakt dazu fand am 23. September 2022 in Leipzig statt. Schließlich konnten wir ausgezeichnete Kollegen für die Tscherne- und Pauwels-Lecture gewinnen: Prof. Dr. Johnson und Prof. Dr. Morrey aus den USA.
So geht nun ein ambivalentes Jahr zu Ende und wir, die Präsidenten 2022, möchten Ihnen und Ihren Familien ein geruhsames, schönes und besinnliches Weihnachtsfest wünschen und hoffen, dass wir unser Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie auch im nächsten Jahr in Frieden und Wohlstand weiterentwickeln können.
Wir freuen uns auf darauf, mit Ihnen auch 2023 zusammenarbeiten zu dürfen!
Mit besten Grüßen
Prof. Dr. Benedikt Friemert, Prof. Dr. Andreas Halder
Präsidenten der DGOU