Innovationsfonds des G-BA fördert zwei Leitlinienprojekte der DGOU

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Gleich zwei Projekte der DGOU haben den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) überzeugt und werden nun mit ca. 470.000 Euro (Coxarthrose) und ca. 380.000 Euro (Rhizarthrose) gefördert: Die S3-Leitlinien „Coxarthrose“ und „Diagnose, Prävention und Therapie der Rhizarthrose“. Ziel beider Leitlinien ist, evidenzbasierte Empfehlungen für die in Deutschland verfügbaren Therapien zu geben. Zusätzlich soll ein fundierter Algorithmus zur Therapie der jeweiligen Arthroseerkrankung erstellt werden, der den individuellen Krankheitszustand, Co-Morbiditäten und Risikofaktoren berücksichtigt. Um die Prävalenz und damit Gesundheitsausgaben langfristig zu reduzieren, sollen Risikofaktoren beschrieben und bewertet werden, die eine Prävention und Progressionsvorhersage ermöglichen. Beide Leitlinienprojekte starten im Herbst 2024 und werden voraussichtlich im Frühjahr 2027 bei der AWMF publiziert.

Leitlinie Coxarthrose wird aufgewertet

Die Coxarthrose, auch Hüftgelenksarthrose genannt, gehört zu den häufigsten degenerativen Gelenkerkrankungen und hat damit einen besonderen medizinischen und gesellschaftlichen Stellenwert. Eine Kausaltherapie bei Coxarthrose existiert nicht. Viele Patientinnen und Patienten befinden sich insbesondere am Anfang der Behandlung nicht in fachärztlicher, sondern zunächst in allgemeinärztlicher Behandlung. Angesichts der insgesamt hohen Prävalenz der chronischen Erkrankung, der häufigen Inanspruchnahme einer medizinischen Versorgung und der hohen Krankheitskosten bedarf es eines praktikablen Leitfadens.

Unter Federführung von Dr. Nils Meißner und Prof. Dr. Andreas Halder wird die Leitlinie zur Hüftgelenksarthrose in einem interdisziplinären Projekt mit 22 medizinischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden bis Frühjahr 2027 auf S3-Niveau angehoben. Dabei wird, entsprechend des AWMF-Regelwerkes, eine systematische Literaturrecherche und deren Bewertung erfolgen. Mit dem Themenschwerpunkt „digitale Technologien“ sollen insbesondere der Einsatz sowie der Informationsbedarf bei Nutzung digitaler Technologien in der Leitlinie Berücksichtigung finden.

S3-Leitlinie Diagnose, Prävention und Therapie der Rhizarthrose neu erstellt

Die Rhizarthrose ist eine chronisch progressiv verlaufende Erkrankung am Daumensattelgelenk, die zur Prävention eine individuelle Kontrolle der Risikofaktoren und eine multimodale Therapie erfordert. Bestimmte Berufsfelder weisen eine erhöhte Inzidenz der Rhizarthrose auf, weshalb berufsbedingte Schadstoffe (Noxen) identifiziert und Empfehlungen zur Prävention erarbeitet werden sollen. Auffällig ist eine mehr als doppelt so hohe Prävalenz der Rhizarthrose bei Frauen im Vergleich zu Männern.

Die Neuerstellung der Leitlinie „Diagnose, Prävention und Therapie der Rhizarthrose“ erfolgt unter Federführung von Prof. Dr. Mark Lenz und durch eine interdisziplinär aufgestellte Leitliniengruppe mit Beteiligung von 23 Fachgesellschaften und Verbänden. Die neue Leitlinie soll eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage für eine stadiengerechte Therapie bieten und konservative und operative Therapieverfahren hinsichtlich belegbarer Wirksamkeit bewerten. Dabei werden vorhandene wissenschaftliche Studien insbesondere hinsichtlich Geschlechterunterschiede, Risikofaktoren sowie das Auftreten in bestimmten Berufsfeldern untersucht und die Erfolge präventiver und therapeutischer Maßnahmen erfasst.

Weitere Informationen zu den beiden Leitlinien gibt es auf der Website des G-BA im Bereich der Förderprojekte.