Hohe Fördersumme für DGOU-Leitlinien
Insgesamt fördert der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in diesem Jahr 13 Leitlinienprojekte – drei positive Bescheide erhielt davon die DGOU. Mit der Fördersumme von über einer Million Euro werden die Projekte zur Schenkelhalsfraktur, Sprunggelenksfraktur und zu Verletzungen des Beckenrings unterstützt. Alle Details zu diesen drei Leilinien, insbesondere zur Methodik, Bedeutung sowie zu den Neuerungen der Leitlinien sind nun beim G-BA online zu finden. Darüber hinaus werden zu allen drei Projekten laienverständliche Patientenleitlinien erarbeitet.
Weitere Informationen
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<strong>S3-Leitlinie Verletzung des Beckenrings</strong>
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Beckenringfrakturen sind schwerwiegende Verletzungen, die nach schweren Unfällen und bei älteren Patienten mit Osteoporose in Folge von Stürzen auftreten können. Während die Beckenverletzungen im Rahmen eines Polytraumas zu etwa 70 Prozent männliche Patienten betrifft, treten die Osteoporose-assoziierten Fragilitätsfrakturen des Beckens hauptsächlich bei Patientinnen auf. Die mitunter komplexen Verletzungsmuster beeinträchtigen nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch lebenswichtige Organe. Daher ist eine individuelle und interdisziplinäre therapeutische Strategie notwendig, um jüngere Menschen sozioökonomisch vollständig zu rehabilitieren und ältere Menschen frühfunktionell zu mobilisieren und damit Sekundärkomplikationen wie eine Pneumonie zu verhindern.
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Unter Federführung und Koordination von PD Dr. Christopher Spering (Universitätsmedizin Göttingen) von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie Dr. Christine Höfer von der AUC – Akademie der Unfallchirurgie wird in diesem interdisziplinären Projekt, mit mehr als 20 medizinischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden, die bestehende S1-Leitlinie auf S3-Niveau angehoben. Im Rahmen eines Konsensusprozesses und gestützt auf eine systematische Literaturrecherche werden evidenzbasierte Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Nachsorge und Prävention erarbeitet und ausformuliert. Die Leitlinienerstellung folgt dem AWMF Regelwerk, im Besonderen werden dabei geschlechts- und altersspezifische Unterschiede beleuchtet.
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Mit dieser Leitlinie werden Behandelnden evidenzbasierte Empfehlungen für sichere, optimierte Therapieentscheidungen zur Verfügung stehen, die zu einem verbesserten Outcome der Betroffenen führen. Die Leitlinie soll darüber hinaus international veröffentlicht sowie für Patientinnen und Patienten verständlich aufbereitet werden.
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Unterstützt wird die Leitlinienerstellung durch den Innovationsfonds am G-BA (Förderkennzeichen 01VSF25006). Förderempfänger ist das Studienzentrum der AUC-Akademie der Unfallchirurgie.
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<a class="btn-primary btn" href="https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/s3-becken.735" target="_blank">Zur Projektbeschreibung</a>
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<span><strong>S3-Leitlinie Schenkelhalsfraktur</strong></span>
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Schenkelhalsfrakturen gehören zu den häufigsten Frakturen im Erwachsenenalter in Deutschland. Durch altersbedingte Komorbiditäten ist die Sterblichkeitsrate bei dieser Verletzung sehr hoch. Auf Grund von Begleiterscheinungen, wie metabolischen Veränderungen, kognitiven Verschlechterungen, Polypharmazie und Muskelschwund, ist eine ganzheitliche, interdisziplinär abgestimmte Versorgung notwendig, um Komplikationen zu reduzieren und Mobilität und Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten bestmöglich wiederherzustellen.
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Unter Federführung von Prof. Dr. Carl Neuerburg und dem bestehenden Steuergruppenteam aus dem S3-Leitlinienprojekt EvidenT-HiP (Pertrochantäre Oberschenkelfrakturen) wird in diesem Projekt die bestehende S2e-Leitlinie auf S3-Niveau angehoben. Entsprechend des AWMF-Regelwerks erfolgt nach Erstellung der Schlüsselfragen eine entsprechende systematische Literaturrecherche und deren Bewertung. Um ganzheitliche Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung von Komorbiditäten und Risikofaktoren zu formulieren, wurde bei der Projektplanung besonderer Wert auf die Interdisziplinarität der Leitliniengruppe gelegt. Mit 30 medizinischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden ist das Leitlinienprojekt mit vielen medizinischen Akteurinnen und Akteuren in der Behandlung von Schenkelhalsfrakturen fachübergreifend aufgestellt. Mit dem Themenschwerpunkt der Förderung sollen neben der Einbeziehung neuer chirurgischer Methoden vor allem evidenzbasierte Empfehlungen zu geschlechtsspezifischen Versorgungsansprüchen formuliert werden, um eine einheitliche und bestmögliche Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten sicherzustellen.
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<a class="btn-primary btn" href="https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/hipster.730" target="_blank">Zur Projektbeschreibung</a>
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<span><strong>S3-Leitlinie Sprunggelenksfraktur</strong></span>
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Frakturen und Luxationsfrakturen des oberen Sprunggelenks gehören zu den häufigsten Verletzungen eines lasttragenden Gelenks. Sie kommen in allen Lebensaltern vor, am meisten betroffen sind jüngere Männer und ältere Frauen. Obwohl die Behandlung dieser Verletzung zum klinischen Alltag gehört, klagen über die Hälfte der Patientinnen und Patienten auch fünf Jahre nach der Fraktur über Beschwerden und Einschränkungen, was die Notwendigkeit von standardisierten Handlungsempfehlungen unterstreicht. Im Bereich der Diagnostik und Therapie gab es in den letzten Jahren einige wesentliche Neuerungen. Daher ist das Ziel dieses Leitlinienprojektes, nach diesen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen Empfehlungen für die behandelnden Berufsgruppen zu formulieren. Mit der verbesserten Versorgung der Betroffenen sollen Komplikationen reduziert und die bestmögliche Mobilität erreicht werden.
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Im Projekt EviDentTS wird unter Federführung von Prof. Dr. Stefan Rammelt die bestehende und nicht mehr gültige S1-Leitlinie auf S3-Niveau angehoben. Mehr als 15 medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände arbeiten zusammen, um Handlungsempfehlungen mit besonderem Schwerpunkt auf alters- und geschlechtsspezifischen Unterschieden zu formulieren. Die Methodik der Leitlinienerstellung richtet sich dabei ebenfalls nach dem AWMF-Regelwerk und beinhaltet eine systematische Literaturrecherche und deren Bewertung. Durch die Vereinheitlichung der Behandlung von Sprunggelenksfrakturen soll die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.
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<a class="btn-primary btn" href="https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/evidents.734" target="_blank">Zur Projektbeschreibung</a>
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Weitere Informationen zu den Förderprojekten gibt es auf der <a href="https://www.g-ba.de/" target="_blank">Website des G-BA.</a>
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